Chronik · 18. Dezember 2018
Frankenjura Lead Cup 2018: das Finale in der Kletterhalle Magnesia
Die zweite Auflage des Wettkampfs endete am 1. Dezember 2018 in Forchheim.
Am 1. Dezember 2018 trug die Kletterhalle Magnesia in Forchheim das Finale des zweiten Frankenjura Lead Cup aus. Angetreten waren die Finalistinnen und Finalisten aus vier Altersklassen, die sich über die vorangegangenen Wettkampfrunden qualifiziert hatten.
Der Lead Cup war als regionale Wettkampfserie im Vorstiegsklettern angelegt: gewertet wird, wie weit eine Athletin oder ein Athlet in einer unbekannten Route kommt, geklettert wird im Vorstieg und ohne vorherige Probe. Die Halle stellte dafür die hohen Wände und eigens geschraubte Wettkampfrouten bereit.
Gewertet wurde in vier Gruppen, gestaffelt nach Alter und getrennt nach Damen und Herren in den älteren Klassen. Die Ergebnisse veröffentlichte der Veranstalter im Anschluss; der Wettkampf galt nach Angaben der Halle als der bis dahin am besten besetzte der jungen Serie.
Für Forchheim war die Veranstaltung mehr als ein Termin im Kalender. Wettkämpfe dieser Größe binden ein Routenteam, Kampfrichter und Helfer über Tage, und sie sind der Grund, warum eine Halle in einer Kreisstadt überregional wahrgenommen wird. Der Frankenjura Lead Cup war für die Kletterhalle Magnesia in dieser Hinsicht der sichtbarste Punkt im Jahr.
Wettkampfklettern im Vorstieg funktioniert anders als das Klettern im Alltag. Die Teilnehmenden sehen die Route vorher nur von unten, in einer kurzen gemeinsamen Besichtigung, und klettern dann ohne Probeversuch. Gewertet wird, wie weit jemand kommt: Jeder erreichte Griff zählt, und wer stürzt, hat seinen Versuch beendet. Deshalb sind Wettkampfrouten anders geschraubt als Hallenrouten, mit einem klaren Verlauf von leichteren zu schwereren Passagen, so dass sich das Feld über die Länge der Route auffächert.
Für die ausrichtende Halle bedeutet ein solcher Termin erheblichen Aufwand. Die Wettkampfrouten werden eigens geschraubt und dürfen vorher von niemandem geklettert werden, was heißt, dass ein Teil der Wand für Tage aus dem normalen Betrieb genommen wird. Dazu kommen Kampfrichter, eine Isolationszone, in der die Teilnehmenden warten, ohne die Route zu sehen, und die Organisation von Sicherung und Zeitplan über vier Wertungsgruppen hinweg.
Der Frankenjura ist für solche Veranstaltungen ein naheliegender Ort. Das Gebiet gilt seit den Achtzigern als eine der Schlüsselregionen des Sportkletterns, und mit Wolfgang Güllichs „Action Directe“ von 1991 steht dort die erste Route im elften Grad. Eine regionale Wettkampfserie mit eigenem Namen zu tragen, war für die Hallen der Region insofern weniger eine Marketingidee als eine Fortsetzung dessen, was am Fels ohnehin passierte.
Die Kletterhalle Magnesia bot dafür die Voraussetzungen: Wandhöhen von 10,5 und 12 Metern, Routenlängen bis 20 Meter und ein eigenes Routenteam, das laufend neu schraubte. Aus dem dokumentierten Hallentopo lassen sich Erschließungsdaten bis in den Mai 2021 nachvollziehen, was zeigt, dass dieses Team bis kurz vor der Schließung arbeitete.
Zeitlich fällt der Wettkampf in eine Phase, in der Wettkampfklettern gerade an Aufmerksamkeit gewann. Bei den Olympischen Spielen in Tokio, ausgetragen 2021, war Sportklettern erstmals olympische Disziplin, damals noch als Kombination aus Speed, Bouldern und Lead. Eine regionale Lead-Serie im Frankenjura 2018 war insofern kein Nischenformat, sondern lag im Trend jener Jahre, in denen Vorstiegswettkämpfe von Ortsvereinen bis zur internationalen Ebene an Zulauf gewannen.
Die zweite Auflage des Lead Cup war nach Angaben der Halle die bis dahin am besten besetzte. Eine dritte Auflage in dieser Form ist für die Halle nicht dokumentiert; das Jahr 2019 stand im Zeichen des Routenschraubens und des Season Opening, 2020 unterbrach die Pandemie den Betrieb.
Weitere Stationen aus der Betriebszeit stehen in der Chronik. Die Eckdaten der Halle und ihr Hallentopo stehen im Hallenprofil und unter Hallentopo.