Chronik
Die Chronik der Kletterhalle Magnesia in Forchheim: 2003 bis 2021
Achtzehn Jahre in einem alten Kesselhaus, verdichtet auf die Stationen, die sich belegen lassen.

Die Kletterhalle Magnesia war von Oktober 2003 bis September 2021 in Betrieb. Diese Chronik fasst die dokumentierten Stationen zusammen, mit Schwerpunkt auf den letzten Jahren, aus denen die meisten Mitteilungen erhalten sind.
Zwei Stationen sind ausführlich beschrieben, weil sie über Forchheim hinaus wahrgenommen wurden: das Finale des Frankenjura Lead Cup 2018 und die Wiedereröffnung nach dem ersten Lockdown im Juni 2020.
2003 Eröffnung im Kesselhaus
Im Oktober nimmt die Halle im denkmalgeschützten Kesselhaus der ehemaligen Spinnerei Forchheim den Betrieb auf. Albrecht Waasner hatte den Bau dafür entkernt.
2017 Ein Vortragsabend mit Alexander Megos
Neben dem Klettern lief ein Veranstaltungsprogramm. Für den Dezember 2017 ist der Vortragsabend „Alex on the Road“ mit dem Kletterer Alexander Megos belegt: die Halle gab einen eigenen Veranstaltungsflyer heraus, verkaufte Karten im Vorverkauf und kündigte den Termin als hohen Besuch an. Solche Abende gehörten zum Selbstverständnis des Betriebs als Treffpunkt und nicht nur als Sportstätte.
2018 Moonboard, Lead Cup und 15 Jahre
Ein dichtes Jahr: im Februar geht ein Moonboard in Betrieb, im Sommer folgt die Feier zum 15-jährigen Bestehen, und im Herbst trägt die Halle Runden des zweiten Frankenjura Lead Cup aus. Das Finale steigt am 1. Dezember.
2019 Neue Routen, ein Sommerabo und ein Filmabend
Zum Start der Hallensaison im September werden rund 50 neue Routen geschraubt. Im Frühjahr kommt ein Sommerabo mit flexibleren Öffnungszeiten dazu, im Oktober das Season Opening mit Klettermarathon. Im November zeigt die Halle einen Film über den tschechischen Erstbegeher Petr Slanina.
2020 Gerüchte, Lockdown, Trauer
Im Februar meldet sich die Halle gegen Schließungsgerüchte zu Wort. Wenige Wochen später, am 17. März, schließt sie pandemiebedingt tatsächlich, öffnet im Juni unter Auflagen wieder und muss im November erneut schließen. Im September stirbt Albrecht Waasner.
2021 Neustart und Abschied
Im Mai läuft der Betrieb wieder an, im Juni gibt es erneut Schnupperklettern, im August greift die 3G-Regel. Am Abend des 26. September gibt das Team die Schließung bekannt, wirksam ab dem folgenden Montag. Nach 18 Jahren.
Wovon die Jahre 2018 und 2019 erzählen
Aus den letzten Betriebsjahren sind 29 datierte Mitteilungen dokumentiert, und ihre Themen zeichnen ein recht klares Bild vom Alltag einer Kletterhalle. 2018 dominiert das Schrauben und Trainieren: im Februar geht ein Moonboard in Betrieb, das die Halle als das erste im Frankenjura bezeichnete. Ein Moonboard ist ein Trainingsboard mit weltweit identischem Griffmuster, an dem dieselben Probleme in Aachen und in Forchheim geklettert werden können.
Daneben laufen die gewöhnlichen Dinge: ein neues Teammitglied wird vorgestellt, die Halle geht zu Instagram, und eine Aktion trägt den Titel „Forchheim klettert“. Im Herbst folgt die Feier zum 15-jährigen Bestehen, im Dezember das Wettkampffinale. 2019 verschiebt sich der Schwerpunkt auf das Angebot: ein Sommerabo mit flexibleren Zeiten, rund 50 neue Routen zum Saisonstart, ein Season Opening mit Klettermarathon, und im November ein längerer Text über die Magie einer Erstbegehung. Eine Halle, die über Erstbegehungen schreibt, redet nicht über Umsatz.
Was die Chronik über den Betrieb verrät
Auffällig ist die Frequenz der Mitteilungen ab 2020. Wo vorher Routenschrauben, Wettkämpfe und Saisonstarts den Takt vorgaben, folgen ab März 2020 Schließung, Auflagen, Wiedereröffnung, erneute Schließung und Neustart in dichter Abfolge. Die Halle hat diese Phase öffentlich dokumentiert, bis zur letzten Mitteilung.
Bemerkenswert ist auch der Februar 2020: Damals reagierte der Betrieb auf Gerüchte über eine bevorstehende Schließung und stellte klar, dass die Halle weiterläuft. Anderthalb Jahre später war die Schließung Realität, aus Gründen, die in der Abschiedsmitteilung nur als „verschiedene Faktoren der letzten Zeit und aus dem Umfeld“ benannt wurden.
Der 26. September 2021 war der letzte Betriebstag. Was sich vom Kletterbetrieb erhalten hat, sind die Eckdaten im Hallenprofil und das Hallentopo mit 167 Routen unter Hallentopo. Wer heute in Forchheim klettern will, findet die aktuellen Möglichkeiten unter Klettern in Forchheim.
Eine Lücke bleibt: aus den ersten fünfzehn Jahren, von 2003 bis 2017, sind kaum Mitteilungen dokumentiert. Das liegt nicht daran, dass nichts passiert wäre, sondern daran, dass die Halle erst spät begann, ihren Alltag laufend zu veröffentlichen. Wer aus dieser Zeit Material hat, findet unter Kontakt die Stelle dafür.
Zwischen 2018 und 2021 liegen damit zwei sehr verschiedene Betriebsjahre und zwei, die von außen bestimmt wurden. Wer die Abfolge liest, sieht eine Halle, die bis zuletzt geschraubt, informiert und geplant hat, und deren letzte Mitteilung vom selben Abend stammt, an dem der Betrieb endete.
Der Boulderraum als Vorbote
Ein Detail aus den letzten Jahren lohnt den zweiten Blick. Die Halle baute 2018 ein Moonboard ein und betonte immer wieder den eigenständigen Boulderraum mit 200 m² Kletterfläche. Das war kein Zufall: Im selben Zeitraum verschob sich der Sport bundesweit vom Seil zum Boulder, weil Bouldern ohne Partner und ohne Vorkenntnisse funktioniert und damit für Gelegenheitskletternde zugänglicher ist.
Für eine Halle mit 1.400 m² Kletterfläche und 200 m² Boulderfläche ist das eine ungünstige Gewichtung, wenn sich der Zulauf verschiebt. Ob das für die Schließung eine Rolle spielte, ist nicht belegt, und diese Seite behauptet es auch nicht. Festhalten lässt sich nur, dass die Halle in ihren Mitteilungen den Boulderbereich zunehmend in den Vordergrund rückte.
Häufige Fragen
Wann war die Kletterhalle Magnesia in Betrieb?
Von Oktober 2003 bis zum 26. September 2021, also 18 Jahre. Ab dem 27. September 2021 war sie geschlossen.
Was war das Moonboard in der Halle?
Ein standardisiertes Trainingsboard mit fest definiertem Griffmuster, auf dem weltweit dieselben Boulderprobleme geklettert werden. Die Halle nahm im Februar 2018 eines in Betrieb und bezeichnete es als das erste im Frankenjura.
Gab es in der Halle Wettkämpfe?
Ja. Die Halle trug Runden und 2018 das Finale des Frankenjura Lead Cup aus, einer regionalen Wettkampfserie im Vorstiegsklettern. Details stehen unter Frankenjura Lead Cup 2018.
Warum stehen hier keine Namen von Teilnehmenden?
Weil in mehreren Wertungsgruppen Kinder und Jugendliche angetreten sind. Diese Chronik hält die Ereignisse fest, nicht die Namen einzelner Personen.
Wo finde ich die Routen der Halle?
Im rekonstruierten Hallentopo mit 167 Routen aus neun Sektoren, unter Hallentopo.