MAGNESIA KLETTERGUIDE

Chronik · 8. Juni 2020

Juni 2020: die Kletterhalle Magnesia öffnet nach dem Lockdown wieder

Nach knapp drei Monaten Schließung nahm die Halle am 9. Juni 2020 den Betrieb wieder auf, unter Auflagen.

Am 9. Juni 2020 öffnete die Kletterhalle Magnesia in Forchheim wieder, nachdem der Betrieb seit dem 17. März wegen der Pandemie ruhen musste. Die Wiedereröffnung war an eine Reihe von Auflagen gebunden, die der Betreiber vorab bekanntgab.

Für die Sommerzeit galten neue Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 16 bis 22 Uhr, freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 20 Uhr, bei schönem Wetter nur bis 16 Uhr. Die Zahl der gleichzeitig anwesenden Kletternden war begrenzt, weshalb der Aufenthalt auf drei Stunden beschränkt wurde und ein Auschecken beim Verlassen der Halle vorgesehen war.

Nicht verfügbar waren in dieser Phase die Sommervorzugskarte und der individuelle Zugang außerhalb der Öffnungszeiten. Umkleiden, Duschen und Spinde blieben gesperrt, das Bistro verkaufte nur verpackte Ware. Kletterkurse und Kindergeburtstage waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlaubt.

Die Zeitbeschränkung war die einschneidendste dieser Regeln, und sie hatte einen praktischen Grund: Die zulässige Personenzahl in der Halle war begrenzt, und ohne Begrenzung der Aufenthaltsdauer hätte ein voller Nachmittag den Zugang für alle Nachfolgenden blockiert. Verbunden war das mit der Bitte, sich beim Verlassen der Halle abzumelden, damit der Platz tatsächlich frei wurde. Für einen Sport, bei dem eine Einheit gewöhnlich zwei bis drei Stunden dauert und Pausen ein Teil davon sind, war das ein spürbarer Eingriff.

Ebenso spürbar war der Ausfall der Kurse. Kletterkurse und Kindergeburtstage waren zu diesem Zeitpunkt nicht erlaubt, und damit fehlte der Teil des Betriebs, über den neue Kletternde überhaupt in die Halle kommen. Wer im Sommer 2020 anfangen wollte, konnte bouldern und zuschauen, aber nicht das Sichern lernen. Der Betreiber kündigte an, über eine Wiederaufnahme zu informieren, sobald sie möglich sei.

Die Auflagen standen nicht nur in der Mitteilung, sondern in einem eigenen Regelwerk, auf das der Betreiber verlinkte. Für die Saison 2021 folgte ein förmliches Schutz- und Hygienekonzept als eigenes Dokument. Das ist für eine Halle dieser Größe bemerkenswert: Ein solches Konzept schreibt Wegeführung, Personenzahl je Fläche, Reinigungsintervalle und Nachverfolgung fest, und es muss gegenüber der Behörde bestehen. Der Aufwand dafür fiel in einem Jahr an, in dem der Betrieb über Monate ruhte.

Die geänderten Öffnungszeiten enthielten eine Besonderheit, die für eine Kletterhalle charakteristisch ist: an Wochenenden und Feiertagen war bei schönem Wetter nur bis 16 Uhr geöffnet. Eine Halle im Frankenjura konkurriert an einem sonnigen Sommertag nicht mit anderen Hallen, sondern mit dem Fels vor der Tür, und der ist zwanzig Minuten entfernt.

Was in der Mitteilung nicht stand, aber aus dem Betrieb folgt: Eine Kletterhalle ist unter Abstandsregeln schwer zu betreiben. Gesichert wird zu zweit, in unmittelbarer Nähe, und Griffe werden von jeder Hand angefasst, die vor einem an derselben Route war. Leihschuhe und Leihgurte wechseln zwischen Personen. Genau an diesen Punkten hingen die Auflagen, und sie erklären, warum Umkleiden, Duschen und Spinde gesperrt blieben, während das Klettern selbst erlaubt war.

Im Rückblick war dieser Juni der Beginn eines Wechselspiels, das anderthalb Jahre dauerte. Nach der Wiedereröffnung folgten im Sommer Lockerungen beim Verleih, im September Mitteilungen zum weiteren Betrieb, im November die zweite Schließung. Im März 2021 stellte die Halle die Frage, wie es weitergehe, im Mai lief der Betrieb erneut an, im August galt die 3G-Regel. Vier Monate später war Schluss.

Die Wiedereröffnung hielt nicht durch: Im November 2020 musste der Betrieb erneut schließen, im Mai 2021 folgte ein weiterer Neustart. Im September 2021 endete der Betrieb endgültig. Die Abfolge dieser Jahre steht in der Chronik, die Eckdaten der Halle im Hallenprofil.

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